Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Konstanz

ADFC-Studie zu Fahrradparken an Sachsens Bahnhöfen

An vielen sächsischen Bahnhöfen fehlen sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Das zeigt die Bike+Ride-Studie des ADFC Sachsen. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Regionen.

Damit mehr Menschen mit Rad und Zug pendeln, braucht es mehr sichere Abstellanlagen an Bahnhöfen. © ADFC/Herfort

Die Bike+Ride-Studie des ADFC Sachsen hat 511 Bahnhöfe in Sachsen unter die Lupe genommen. Demnach fehlen an 52 Prozent der untersuchten Bahnhöfe sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. An 173 Stationen gibt es überhaupt keine Fahrradabstellanlagen, weitere 94 Bahnhöfe verfügen nur über äußerst mangelhafte Stellplätze.

Torgau als Vorbild

Insgesamt erhielten nur 17 Bahnhöfe in Sachsen die Bestnote 1 – einer von ihnen ist der Bahnhof Torgau. Dort stehen 256 hochwertige Fahrradstellplätze zur Verfügung, darunter 64 Plätze in einem abgeschlossenen Fahrradparkhaus. Für dieses Engagement verlieh der ADFC Sachsen der Stadt den Sächsischen Fahrradpreis 2026.

Der ADFC bewertet in der Studie sowohl die Qualität als auch die Anzahl der Fahrradabstellanlagen. Eine gute oder sehr gute Note erhielten nur 22 Prozent der Bahnhöfe. Um diese Bewertung zu erreichen, müssen die Stellplätze unter anderem überdacht sein und ein sicheres Anschließen des Fahrradrahmens sowie des Vorder- oder Hinterrads ermöglichen. Einfache Vorderradhalter genügen den Anforderungen nicht.

Mehr sichere Stellplätze – aber nicht genug

„Gerade Bahnhöfe gelten als Hotspots des Fahrraddiebstahls, weil die Zahl der abgestellten Räder dort meist hoch ist und die soziale Kontrolle oft gering.“ sagt der Vorsitzende des ADFC Sachsen, Dr. Janek Mücksch. „Es sind immer mehr E-Bikes und hochwertige Räder unterwegs. Pendler, die Rad und Bahn kombinieren, erwarten am Bahnhof sichere Abstellplätze, die vor Vandalismus und Diebstahl schützen.“ Damit mehr Menschen sich trauen ihr Rad am Bahnhof abzustellen, müssen die Bahnhöfe mit modernen Abstellanlagen ausgestattet sein.

Zwar ist die Zahl der diebstahlsicheren Fahrradstellplätze in Sachsen seit der ersten Erhebung 2019 von 9.191 auf 11.014 gestiegen. Im gleichen Zeitraum nahm jedoch auch das Fahrgastaufkommen im sächsischen Regionalverkehr um 29 Prozent zu. Nach Einschätzung des ADFC Sachsen reicht der Ausbau deshalb nicht aus. Er empfiehlt mindestens einen diebstahlsicheren und überdachten Stellplatz je sieben Fahrgäste sowie an größeren Bahnhöfen zusätzliche Fahrradboxen oder Fahrradparkhäuser.

Große Unterschiede zwischen den Regionen

Deutliche Unterschiede zeigt die Studie zwischen den Regionen. Am besten schnitten die Bahnhöfe im Landkreis Leipzig mit einer Durchschnittsnote von 3,3 ab. Schlusslicht ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit der Durchschnittsnote 4,8. Auch die Großstädte erreichen nur schwache Ergebnisse: In Dresden verfügen 77 Prozent der Bahnhöfe über keine oder mangelhafte Fahrradabstellanlagen, in Chemnitz sind es 62 Prozent und in Leipzig 43 Prozent.


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